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Läuferknie - IT-Band Syndrom - Ursache, nachhaltige Abhilfe

Warum das IT-Band Syndrom entstehen kann und ob du es dehnen solltest und was dem Läuferknie nachhaltig Abhilfe schafft - erfährst du hier!


Das "IT Band" steht für das Iliotibialband. Es ist ein dickes Band aus fibrösem Gewebe, das von der Außenseite der Hüfte bis zur Außenseite des Knies verläuft. Zusammen bieten Muskeln und IT Band Stabilität für Becken und Knie, wenn wir einbeinig gefordert sind (z.B. beim Laufen) (Flatto et al., 2017).


Läuferknie - IT-Band-Syndrom und die Symptome

IT-Band-Syndrom (aka Läuerknie) ist ein Begriff, der verwendet wird, um Schmerzen an der seitlichen Hüfte oder am Knie zu beschreiben. Manchmal wird es auch als "Schnappen der Hüfte" bezeichnet, wenn es an der Außenseite der Hüfte auftritt. Zu Beginn können die Schmerzen gelegentlich auftreten und nach einem Aufwärmen verschwinden. Je länger es andauert, desto mehr können die Beschwerden zunehmen.



Wenn es zu ständiger Reibung kommt, kann es Entzündungen und Reizungen der seitlichen Hüftmuskulatur begünstigen. Häufig hört man auch von Schleimbeutelentzündungen an der Hüfte oder Sehnenentzündungen am Gluteus (Tatu et al., 2001).


Die Beweglichkeit des Knies kann sich versteift anfühlen.


Aufgrund der dynamischen, wiederholenden Belastung und der Ausdauer des Laufens ist das IT-Band-Syndrom bei Läufern weit verbreitet (Magalhães et al., 2013).


Häufig ist das IT-Band-Syndrom Resultat von unausgeglichener Becken- und Hüftmuskulatur, schlechter Biomechanik bzw. Belastungsmustern. Auch die Dynamik und Funktionalität der Füße spielt dabei eine wichtige Rolle.

Der Körper kommt meist eine gute Weile mit unseren schlechten Bewegungsmustern zurecht.

Es tut nicht weh, der Körper meldet sich (noch) nicht.

Das setzen viele gleich damit, dass „eh alles in Ordnung ist“…

…aber das ist ein Irrglaube …

ist die Toleranzschwelle an langer Zeit suboptimaler Bewegungsmechanik aufgebraucht, können Probleme einsetzen …


Schmerzen setzen dann ein, wenn der Körper seinen „Puffer“ aufgebracht hat und schlechte Bewegungsmuster nicht mehr abfedern kann.


Die Ursache für das IT-Band Syndrom!

Das Läuerknie ist auf Unausgeglichenheit in Hüfte, Becken und Füßen zurückzuführen. Studien zeigen, dass IT-Band-spezifische Knieschmerzen mit der Funktion und Dynamik der Füße zusammenhängen. Wie ich meinen Fuß belaste, kann beeinflussen, wie gut ich meine Hüften benutzen kann.


Wer allerdings nicht an der Hüfte arbeitet, um die Unausgeglichenheit zu beheben, wird rasch merken, dass die Arbeit am Fuß alleine nicht langfristig anhält.


Laufen - die unterschätzte einbeinige, dynamische Anforderung an den Körper

Wenn die angeforderte Bewegung (z.B. Laufen o.ä.) von der Kette Fuß, Knie, Hüfte bis zum Becken nicht ohne zu kompensieren* durchgeführt werden kann, wird einen anderen Weg finden, diese Aktion passieren zu lassen…


(*kompensieren: der Körper muss andere Bewegungsabläufe/Muskeln benutzen, als eigentlich für die Bewegung vorgesehen sind. Das kann mit der Zeit zu den sogenannten „Überlastung“ oder „Fehlbelastungen“ führen.)


Woher weiß ich, ob ich „kompensiere“?

Einige Zeichen, die darauf hindeuten können, dass die körperliche Biomechanik nicht A++ ist und möglicherweise Probleme aufwerfen kann:

* exzessives Hohlkreuz

* Füße zeigen nach außen (Gang wie eine Ente)

* (unkontrolliertes) nach innen kollabieren des Knies

* Senk/Knickfuß

uvm.


(wichtiger Hinweis: Diese Zeichen können ein Problem sein, müssen es aber nicht sein. Der Körper ist sehr komplex, daher können Ursachen für individuelle Problemstellungen ausschließlich mittels eingehender Anamnese und Bewegungsanalyse von qualifiziertem Personal festgestellt werden).



Soll ich das IT-Band dehnen?

Eine Studie, zeigte, dass der traditionell oft von Physiotherapeuten verwendete Obers-Test keine optimale Methode zum Testen der IT-Bandlänge war und der Gluteus Medius, Gluteus Minimus und die Hüftkapsel stärker einschränkende Faktoren für die Adduktion waren (Willett et al., 2016).


Daher ist es wichtig, die Muskelfunktion, die Beckenbewegung und die Beckenpositionierung zu betrachten, anstatt nur das IT-Band zu dehnen.


Dehnen ist NICHT die ANTWORT … Zumindest nicht die nachhaltige, langfristige Antwort!

Menschen mit Läuerknie haben häufig einen dominanten vorderen Bereich der Hüfte gegenüber dem hinteren Bereich. Dies führt dazu, dass man mehr in die Adduktion und Innenrotation „hineinfällt“ anstatt die exzentrische Länge der Hüft- und Beckenmuskulatur für die kontrollierte Ausführung nützen zu können (et al., 2017).


Läuferknie ... Was hilft nachhaltig?

2 grundlegende Schritte sind hier meist notwendig:


1. Beckenposition nachhaltig verbessern

Hier scheitert es meist. Zu oft wird gleich zu Schritt Nr. 2 übergegangen ... daher sind Veränderungen nur von kurzer Dauer.


Zunächst empfiehlt es sich mittels Anamnese und Bewegungsanalyse festzustellen, in welcher Position sich das Becken befindet. Schritt 1 ist essenziell für nachhaltige Veränderungen.


Frei nach dem Motto: "Wenn wir nicht wissen, wo wir sind, wissen wir nicht wohin wir gehen".

2. Nachdem wir nun die grundlegende Position kennen und bereits im 1. Schritt verbessert haben können wir uns nun an die Feinabstimmung machen, indem wir die umliegende Hüftmuskulatur (und manchmal auch die Fußdynamik) ausgleichen. Hier kommen gezielte Positionierungsübungen zum Einsatz, sodass der Körper seine Bewegungsqualität wiedererlangt und diese Qualität auch in höheren Anforderungen wie Sport und Training umgesetzt werden kann. Für mehr Leistung und Wohlbefinden!


 

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Referenzen:

Flato R, Passanante GJ, Skalski MR, Patel DB, White EA, Matcuk GR Jr. The iliotibial tract: imaging, anatomy, injuries, and other pathology. Skeletal Radiol. 2017;46(5):605-622.


Tatu L, Parratte B, Vuillier F, Diop M, Monnier G. Descriptive anatomy of the femoral portion of the iliopsoas muscle. Anatomical basis of anterior snapping of the hip. Surg Radiol Anat. 2001;23(6):371-374


Magalhães E, Silva AP, Sacramento SN, Martin RL, Fukuda TY. Isometric strength ratios of the hip musculature in females with patellofemoral pain: a comparison to pain-free controls. J Strength Cond Res. 2013;27(8):2165-2170.


Willett GM, Keim SA, Shostrom VK, Lomneth CS. An Anatomic Investigation of the Ober Test. Am J Sports Med. 2016;44(3):696-701.


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